Servicenavigation

Statistik: mehr als Erbsen zählen

Sie sind hier:

Dortmunder Tag der Statistik (DOTS 2020)

Mithilfe eines Dreieckstests sollten die Schülerinnen und Schüler beim Tag der Statistik an der TU Dortmund Unterschiede zwischen verschiedenen Cola-Sorten herausschmecken. Foto: Aliona Kardash/TU Dortmund
Katapultexperiment: Wie Statistik beim Zielen hilft. Foto: Aliona Kardash/TU Dortmund

Ob Aktienkurse, Geburtenraten, Wahlprognosen oder PISA-Ergebnisse –überall steckt Statistik drin. Ganz praxisnah lernten auch die rund 450 Schülerinnen und Schüler beim DOTS Anwendungsbeispiele aus der Statistik kennen: In einer „Mitmachaktion für Naschkatzen“ sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schätzen, wie viel eine Tüte wiegt, in der sich 100 Süßigkeiten befinden. Dafür durften sie fünf Teile wiegen und mussten dann hochrechnen, wie viel alle zusammen wiegen. „Die meisten liegen mit ihrem Ergebnis über dem tatsächlichen Gewicht, weil man eher dazu tendiert, die schwereren Teile zu wiegen“, verriet Sophie Gimbach, die als wissenschaftliche Hilfskraft von Prof. Philipp Doebler das Experiment mit betreut hat.

Um Süßigkeiten ging es auch bei der „Interaktiven Schokoladensuche“. Mithilfe statistischer Methoden sollten die Schülerinnen und Schüler jenen Punkt auf einem Gitternetz bestimmen, hinter dem sich die größte Schokoladenmenge verbirgt. Unabhängig vom Ergebnis durften sich anschließend alle Rechenkünstlerinnen und -künstler über eine süße Belohnung freuen. Dass Statistik auch beim Zielen hilft, veranschaulichte ein Katapult-Experiment: Mit kleinen Katapulten feuerten die Jugendlichen Tischtennisbälle durch einen Raum. Was nach Spiel und Spaß klingt, diente der Datenerhebung. Denn aus den Messungen sollte anschließend ein Modell entwickelt werden, um die Schussweite der Bälle vorherzusagen. Als Probandinnen und Probanden konnten sich die Jugendlichen außerdem bei einem Dreieckstest versuchen, bei dem sie vermeintliche Unterschiede zwischen verschiedenen Cola-Sorten herausschmecken sollten.

„Wir möchten den Schülerinnen und Schülern mit den Experimenten Statistik näherbringen und zeigen, wo statistische Methoden überall Anwendung finden“, sagte Prof. Christine Müller, die den DOTS vor neun Jahren an der TU Dortmund ins Leben gerufen hatte. „In der Schule lernt man eher wenig zu Statistik und allgemein ist das Thema Mathe bei vielen negativ besetzt. Da möchten wir gegensteuern.“

Am Vormittag hatten die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II und ihre Lehrerinnen und Lehrer in einem Vortrag von Prof. Jörg Rahnenführer bereits erfahren, wie man unter anderem bei Bildung, Gesundheit und Finanzen mit Statistik bessere Entscheidungen treffen kann. Prof. Christine Müller erläuterte, was Statistik mit der Zuverlässigkeit von technischen Produkten zu tun hat. Einen Einblick in die berufliche Praxis gewährte anschließend Dr. Klaus Friedrichs, der als Statistiker bei einem Automobilzulieferer die Mobilität der Zukunft entwickelt.

Die Fakultät Statistik – die einzige ihrer Art im deutschen Sprachgebiet – lädt jährlich Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern und andere Interessierte zum DOTS an die TU Dortmund ein. Neben Vorträgen und Mitmachaktionen informiert die Fakultät auch über Studienmöglichkeiten an der TU Dortmund.

(Text: Lisa Burgardt)