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Projektleitung

Dr. Falko Jüßen
Prof. Dr. Walter Krämer
 

Wesentliche Ziele

Das Projekt untersucht die makroökonomische Wirkung eines immer globaleren Kapitalmarkts auf die interregionale und internationale Risikoteilung. Dazu verbessern wir herkömmliche Risikoallokationsmaße und nutzen neuere theoretische Ansätze in der internationalen Makrotheorie, um die Struktur von internationalen und interregionalen Konsum- und Einkommensfluktuationen mit der Preisbildung auf Kapitalmärkten zu verbinden.
 

Weitergehende Zusammenfassung

Das Projekt nutzt Einsichten aus der ökonomischen Theorie, um statistische Eigenschaften von zeitreihen- oder panelbasierten Risikoallokationsmaßen abzuleiten und nötigenfalls alternative Maßzahlen zu konstruieren. Hierbei konzentrieren wir uns insbesondere auf konsumbasierte Maße, da diesen bei der Wohlfahrtsmessung im Rahmen praktisch aller gängigen makroökonomischen Theorien besondere Bedeutung zukommt.
Aufbauend auf einer dynamischen Varianzzerlegung des Konjunkturzyklus haben wir ein ökonometrisches Modell entwickelt, in dem neben internationalen Kapitalflüssen auch der Beitrag von 'Terms-of-Trade'- und Wechselkursschwankungen zur Risikoteilung gemessen werden kann. Daneben konnten robuste konsumbasierte Risikoallokationsmaße entwickelt werden, mit dem der Effekt der Globalisierung auf internationale Konsumschwankungen konsistent nachgewiesen werden kann.
In der bisherigen Projektarbeit standen die Auswirkungen finanzieller Globalisierung auf internationale und interregionale Einkommensflüsse im Vordergrund. Im nächsten Schritt wollen wir darüber hinaus auch Bewertungs- und Vermögenseffekte und deren Bedeutung für die Risikoallokation untersuchen. Daneben haben wir bereits Arbeiten begonnen, in denen wir neuere theoretische Ansätze für Nichtstandardpräferenzen, nichtversicherbare Hintergrundrisiken oder begrenzte Partizipation nutzen, um die Implikationen der Preisbildung auf Kapitalmärkten für die Risikoverteilung zwischen Ländern, Regionen und Haushalten ökonometrisch zu modellieren und um die prognostische Kraft von sogenannten "Great Ratios", (Konsum-Einkommens- und Konsum-Vermögens-Quotienten) für Kapitaleinkommensflüsse, Wechselkursschwankungen, Aktienmärkte und Konjunkturübertragung zu untersuchen.
Der statistisch-methodische Rahmen des Projekts wird durch die Tatsache bestimmt, dass in allen drei Arbeitspaketen nichtstationäre Panel-Daten eine wichtige Rolle spielen. Daneben treten in allen drei Paketen (kointegrierte) Vektorautoregressionen (VAR) als weiteres wichtiges Werkzeug der Datenanalyse auf. Methodisch interessante Probleme ergeben sich hierbei bei der Analyse kointegrierter Panel-Daten und bei der Schätzung von Panel-VARs.
Der Bezug zum Gesamtthema des Sonderforschungsbereichs ergibt sich daraus, dass robuste Risikoallokationsmaße es ermöglichen, die allokative Gesamtwirkung der fortschreitenden Finanzmarktintegration abzubilden, ohne dass die ganze Komplexität internationaler Kapitalflüsse detailliert zu modellieren ist. Bestandsgrößen wie etwa Aktienportfolios oder internationale Kreditverflechtungen entziehen sich allein schon wegen des reinen Volumens und der Vielzahl der verschiedenen Instrumente einer präzisen statistischen Erfassung, so dass es sich anbietet, die makroökonomische Theorie zu bemühen, um die Auswirkungen dieser Verflechtungen zu messen statt die Verflechtungen selbst.

 

Veröffentlichungen

Die Veröffentlichungen des Projekts finden Sie hier.