Servicenavigation


Sie sind hier:

 

Kontakt

alumni@statistik.tu-dortmund.de

 

Mitgliedschaft

Beitrittsformular

 

Termine

27. April 2018

Absolventenfeier der Fakultät

Praktikumsunterstützung

Du planst ein Praktikum mit statistischen Bezug, z. B. im Rahmen der Veranstaltung „Fallstudien II“, weißt aber nicht, wie du die zusätzliche Miete bezahlen kannst? Zusätzliche Fahrtkosten hindern dich daran, ein Praktikum außerhalb NRWs aufzunehmen? Super Möglichkeit entdeckt, eine Abschlussarbeit zu schreiben, aber leider nicht in der Nähe, d. h. über 1,5 Fahrt­stunden entfernt?

 

Der Alumni-Verein Dortmunder Statistikerinnen und Statistiker e.V. bietet Studierenden der Fakultät Statistik die Möglichkeit, sich finanziell für ein externes, entferntes Praktikum unterstützen zu lassen.

Mit 100 € Praktikumsunterstützung monatlich für bis zu sechs Monate können dir zumindest einige Sorgen genommen werden.

Wie das geht? Sende einen formlosen Antrag mit einer Beschreibung des Praktikums und deines Studienverlaufes sowie der Praktikumsbescheinigung per Email an alumni@statistik.tu-dortmund.de. Der Antrag sollte vor Beginn des Praktikums gestellt werden. Im Anschluss an das Praktikum erwarten wir einen kurzen Bericht, der z.B. auf dieser Internetseite veröffentlicht wird.

Der gemeinnützige Alumni-Verein Dortmunder Statistikerinnen und Statistiker e.V. finanziert sich ausschließlich über die Beiträge seiner Mitglieder. Die Praktikumsunterstützung soll Kosten decken, die auf Grund des Praktikums anfallen und die nicht durch den Praktikumsgeber (z. B. durch eine ausreichende Bezahlung) gedeckt werden. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Dieses Angebot ist unverbindlich.

 

Fragen zu diesem Angebot beantworten wir gerne per Email.

 

Diese Praktika haben wir schon gefördert:

Barbara Brune hat in Golden (Colorado, USA) mit geostatistischen Verfahren Goldvorkommen analysiert.

Marc Hüsch beschäftigte sich in Oldenburg (Deutschland) mit der Windkraftenergievorhersage.

 

Erfahrungsberichte

 

Bericht über mein Forschungspraktikum in den USA

von Barbara Brune

 

Von Januar bis Juni 2017 habe ich im Rahmen von Fallstudien II ein Forschungspraktikum im Department of Mining Engineering an der Colorado School of Mines, Golden, Colorado in den USA absolviert. Golden ist eine Kleinstadt etwa 30 Meilen westlich von Denver.

 

Die Colorado School of Mines zählt im Bereich Ingenieurwissenschaften, besonders in Bergbau und Geologie zu den drei besten Unis in den USA. Während meines Forschungsaufenthalts habe ich mich intensiv mit Geostatistik befasst, einem Bereich räumlicher Statistik, in dem es insbesondere um Schätzung von Ressourcen geht. Hier habe ich einen Datensatz mit Bohrlöchern aus einer Goldmine in Nordkalifornien bearbeitet und ausgewertet, um eine geostatistische

Analyse der Lagerstätte durchzuführen. Nachdem ich mich einige Wochen in die Theorie einarbeiten konnte, habe ich bald angefangen, an meinem Datensatz zu arbeiten. Eine große Hürde war die Software, die ich benutzen sollte, ein Programm zur Minenplanung, das alle Verfahren nach

Blackbox-Methodik durchführt: Man drückt einen Knopf und Ergebnisse erscheinen, aber man hat überhaupt keine Idee was passiert ist. Für mich, die es gewohnt ist, in R die meisten Sachen selbst zu programmieren, war das sehr gewöhnungsbedürftig und hat mich das eine oder andere Mal in

die Verzweiflung getrieben. Als ich das aber erstmal akzeptiert hatte, hat es viel Spaß gemacht, und es war klasse als dann auch noch gute Ergebnisse herauskamen!

 

Außerdem habe ich insgesamt drei Vorlesungen an der Uni besucht, eine im Statistik- und zwei im Mining-Department. Dadurch habe ich einen sehr interessanten Einblick in das Uni-System in den USA bekommen, das doch ganz schön anders ist als das Deutsche – es ist sehr viel schulischer, überall ist Anwesenheitspflicht und man bekommt Berge von Hausaufgaben, die benotet werden.

 

Insgesamt hat mir der Aufenthalt in den USA sehr gut gefallen. Es war sehr spannend einen Einblick in das Feld der Geostatistik zu bekommen. Was ich hier lernen durfte, ist innovativ und absolut praxisrelevant. Mir wurde zig mal versichert, dass sich die Mining-Companies um einen

reißen, wenn man sich in diesem Feld auskennt. Die Zusammenarbeit mit Ingenieuren und Geologen hat viel Spaß gemacht, und es war sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich in den unterschiedlichen Disziplinen an Probleme herangegangen wird, und wie viel man durch interdisziplinäre Arbeit voneinander lernen kann.

 

An der sehr international aufgestellten Colorado School of Mines habe ich viele Leute aus vielen

unterschiedlichen Ländern kennengelernt, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass

ich meinen Aufenthalt hier wirklich genossen habe. Colorado ist ein wunderschöner Staat mit vielen Möglichkeiten und einer atemberaubend schönen Landschaft!

 

Allerdings war ich überrascht, dass die Lebenshaltungskosten in Colorado fast zweimal so hoch sind wie in Dortmund: Allein die Miete in meiner - nicht teuren! - WG war höher als

mein gesamtes Monatsbudget in Dortmund! Ohne die finanzielle Förderung des Alumni-Vereins wäre ich ziemlich ins Schleudern gekommen, und ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken, dass mir der Alumni-Verein diese tolle Zeit ermöglicht hat.

 


Bericht über meinen Forschungsaufenthalt am Zentrum für Windenergieforschung in Oldenburg

von Marc Hüsch

Liebe Mitglieder des Alumni-Vereins,

Im Zeitraum von Mai bis Oktober 2016 habe ich im Rahmen eines Forschungsaufenthaltes meine Masterarbeit am Zentrum für Windenergieforschung (ForWind) in Oldenburg angefertigt. Dank einer monatlichen, finanziellen Unterstützung seitens des Alumni-Vereins konnten einige der Kosten, die durch eine zusätzliche Wohnung und durch häufige Fahrten zwischen Dortmund und Oldenburg entstanden sind, glücklicherweise gedeckt werden. Da ich dem Alumni-Verein für die finanzielle Unterstützung sehr dankbar bin, möchte ich den Mitgliedern des Vereins mit diesem Bericht einen kleinen Einblick über meinen Forschungsaufenthalt in Oldenburg geben.

Das Ziel meiner Masterarbeit war es, den Einfluss des Vorhersagehorizontes auf räumliche Abhängigkeiten von Windkraftvorhersagefehlern zu untersuchen. Bezüglich der Vorhersageunsicherheit ist bekannt, dass diese mit zunehmenden Vorhersagehorizonten ansteigt. Es wurde allerdings bisher weniger untersucht, dass sich auch die räumliche Korrelation von Vorhersagefehlern aufgrund eines erhöhten Einflusses des Analysefehlers erhöhen sollte. In großflächigen Regionen mit stark positiv korrelierten Fehlern entsteht somit ein zusätzliches Risiko. Da Lastflussrechnungen für vorhergesagte Windleistung in Europa auch für hohe Vorhersagehorizonte performant sein müssen (z.B. zur Berechnung von länderübergreifenden Stromtransporten), sollte dieser zusätzliche Risikofaktor zukünftig in den Rechnungen berücksichtigt werden. Aus diesem Grund sind detaillierte Untersuchungen über räumliche Abhängigkeiten von Vorhersagefehlern von hoher Relevanz für viele Entscheidungsträger.

Für die Analyse standen Windgeschwindigkeiten aus numerischen Wettervorhersagen des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) für ein hoch aufgelöstes europäisches Gitter für den Zeitraum von April 2010 bis Februar 2016 zur Verfügung. 32 europäische Länder, in denen zum aktuellen Zeitpunkt eine hohe Anzahl an Windleistung installiert ist, wurden für die Analyse ausgewählt. Die Windgeschwindigkeiten wurden für alle Gitterzellen in der Studienregion zunächst mit einer regionalen Windleistungskurve in Windleistung umgewandelt. Für sechs unterschiedliche Vorhersagehorizonte (12, 24, 36, 48, 60 und 72 Stunden) wurde daraufhin mit Hilfe von Verfahren aus der räumlichen Statistik gezeigt, dass ein längerer Vorhersagehorizont zu deutlich höheren räumlichen Abhängigkeiten von Vorhersagefehlern führt. Mit einer Clusteranalyse wurden im Anschluss räumliche Unterschiede bezüglich der Abhängigkeiten aufgezeigt. Dabei wurde deutlich, dass starke räumliche Abhängigkeiten insbesondere in flachen Gebieten in Nordeuropa auftreten. Da in diesen Gebieten auch eine relativ hohe Anzahl an Windleistung installiert ist, ist eine zukünftige Berücksichtigung der Abhängigkeiten von Windkraftvorhersagefehlern von hoher Relevanz. Im abschließenden Teil der Analyse wurde der Einfluss von verschiedenen Einflussvariablen auf die räumliche Korrelation von Vorhersagefehlern mit Hilfe von Klassifikations- und Regressionsbäumen quantifiziert.

 

Insgesamt hat mir die Zeit in Oldenburg sehr gut gefallen, da ich fächerübergreifend viele Einblicke in der aktiven Forschungsarbeit sammeln und zudem viele nützliche Kontakte knüpfen konnte. Für die Zukunft sind weitere Kooperationen mit ForWind geplant. Insbesondere soll interessierten Studenten aus Dortmund die Möglichkeit gegeben werden, ein Praktikum (beispielsweise im Rahmen der Veranstaltung Fallstudien II) bei ForWind durchzuführen oder eine Bachelorarbeit in der Arbeitsgruppe "Energiemeteorologie" anzufertigen.

Da mir die wissenschaftliche Arbeit bereits während meiner Masterarbeit sehr viel Spaß gemacht hat, freue ich mich darauf, in Zukunft als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschafts- und Sozialstatistik der TU Dortmund weitere Erfahrungen im Forschungsbereich sammeln zu können. Ich danke dem Alumni-Verein vielmals für die gewährte Unterstützung und werde dem Verein in Zukunft als Mitglied verbunden bleiben.