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Am Puls der Zeit!

Dortmunder Statistiker und Statistikerinnen entwickeln neue Modelle und Methoden in der Zeitreihenanalyse, statistischen Genetik, Qualitätskontrolle sowie Bio- und Finanzstatistik, in aller Regel in enger Zusammenarbeit mit Biologen, Medizinern, Ökonomen und Ingenieuren. Unterstützt werden diese Forschungen durch einen Sonderforschungsbereich sowie zahlreiche externe Kooperationen.

Amtliche Statistik - Europäischer Master für amtliche Statistik - EMOS

(Walter Krämer)

Die europäische Amtsstatistik hat die Aufgabe, das Sozial- und Wirtschaftsleben aller Mitgliedsländer der EU in Zahlen abzubilden. Fragen sind unter anderem: Wer ist arm, wer ist reich, wie ändern sich die Preise und die Vermögen, welche Güter fließen wohin. Ein Studium mit dem Schwerpunkt EMOS ist also ideal für alle, die sich für Statistik im ursprünglichen Sinne als "Staatenkunde" interessieren und wissen wollen, wie es „da draußen“ wirklich aussieht.

Neben dem reinen Datensammeln kommen aber auch Methodenprobleme vor, etwa wie man fehlende Werte ersetzt oder Saisoneffekte aus Zeitreihen herausrechnet: Welcher Teil des Umsatzanstiegs im Dezember ist auf das Weihnachtsgeschäft zurückzuführen, und welcher Teil ist einem „echten“ Wachstum zuzuschreiben? Auch Kenntnisse der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung sind zentral: Wie berechnet man das Sozialprodukt und seine Komponenten Konsum und Investition, Ersparnis, Import, Export und so weiter.

Es bestehen hervorragende Berufsaussichten in der amtlichen Statistik, die europaweit mehrere tausend Akademiker beschäftigt, mit über 100 Stellenangeboten jedes Jahr.

Biometrie

(Katja Ickstadt, Jörg Rahnenführer, Roland Fried, Philipp Doebler)

Die Biostatistik beschäftigt sich mit vielfältigen Fragen der medizinischen Forschung. Sie behandelt neben klassischen Fragestellungen der Klinischen Statistik und der Epidemiologie auch viele andere medizinrelevante Themen in den Lebenswissenschaften, in der Toxikologie und in der Ökologie.

In der Klinischen Statistik wird der Effekt klinischer Einflussgrößen auf Diagnose und Therapie von Krankheiten beim Menschen erforscht. Klinische Studien mit klar definierten statistischen Auswertungsmethoden sind in den meisten Ländern Voraussetzung für die Zulassung aller verschreibungspflichtiger Medikamente.

In der Epidemiologie wird der Einfluss verschiedener möglicher Einflussfaktoren auf Krankheit und Gesundheit in Individuen und in Populationen untersucht. Die Epidemiologie spielt daher eine zentrale Rolle in der Gesundheitsförderung. Besonders intensiv wird weltweit zu genetischen Fragen geforscht; beispielsweise beschäftigen sich die Personalisierte Medizin und die Genetische Epidemiologie mit der Rolle genetischer Faktoren in der Klinischen Statistik und in der Epidemiologie. In den letzten Jahren wurden für die Analyse von genomischen Daten zahlreiche neue experimentelle Techniken entwickelt, bei denen unzählige Merkmale gleichzeitig gemessen werden, so dass der geübte Umgang mit Big Data Analysen enorm wichtig ist.

Zahlreiche Studierende der Fakultät Statistik arbeiten nach dem Studienabschluss an Schlüsselstellen für die Entwicklung und die Anwendung von biostatistischen Methoden, insbesondere in der Pharmaindustrie, in Auftragsforschungsinstituten, im Gesundheitsbereich und an Hochschulen und Forschungsinstituten.

Weitere Informationen zur biometrischen Forschung

Ökonometrie / Empirische Wirtschaftsforschung

(Walter Krämer, Martin Wagner, Philipp Doebler)

Die Ökonometrie ist die Wissenschaft der quantitativen - also statistischen - Analyse von wirtschaftlichen Zusammenhängen. Dies beinhaltet beispielsweise makroökonom(etr)ische Fragestellungen wie etwa die Modellierung und die Prognose des Wirtschaftswachstums, des Konsums oder der Arbeitslosigkeit. In mikroökonom(etr)ischen Analysen ist unter anderem die Marktmacht von Firmen, die Ausbildungswahl von Jugendlichen oder die Prognose von Absatzmengen von großem Interesse. In den letzten 20 bis 30 Jahren hat sich darüber hinaus auch die Finanzökonometrie als eigenständiges Feld entwickelt. Hier geht es um die Modellierung und die Prognose von Preisen von Wertpapieren aller Art.

Auch methodisch ist die Ökonometrie breit aufgestellt, wobei das wichtigste Werkzeug die Regressionsanalyse ist. Aufgrund der zeitlichen Struktur vieler Wirtschaftsdaten sind vielfältige Methoden der Zeitreihenanalyse, welche oftmals speziell für ökonometrische Fragestellungen entwickelt werden, ebenfalls von großer Bedeutung.

Auf Absolventen dieses Schwerpunktes warten spannende Karrieren in Banken, Versicherungen, Unternehmensberatungen, großen Industrie- und Handelsbetrieben oder Wirtschaftsforschungsinstituten. Nicht zuletzt waren 17 der 77 Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften Ökonometriker.

Technometrie

(Christine Müller, Joachim Kunert, Claus Weihs, Roland Fried)

Die Technometrie befasst sich mit der Entwicklung und Verwendung statistischer Methoden sowohl in den physikalischen, chemischen und Ingenieurwissenschaften als auch in den Informationswissenschaften und der Informationstechnologie. Das schließt Entwicklungen auf dem Interface von Statistik und Informatik wie Data Mining, maschinelles Lernen und den Umgang mit großen Datenmengen mit ein.

Die zentralen statistischen Werkzeuge sind auf der einen Seite Methoden der Qualitätssicherung wie Kontrollkarten, Messsystemanalyse, Zuverlässigkeitsanalyse und statistische Versuchsplanung sowie die statistische Modellierung und Simulation technischer Prozesse. Dabei geht es insbesondere um die Entwicklung und Verwendung von Modellen zur Fehleraufdeckung, Fehleranalyse und Verbesserung bei technischen Prozessen und Produkten.

Auf der anderen Seite entwickelt die Technometrie Werkzeuge zur Analyse von großen Datenmengen. Dazu gehören spezielle Klassifikations- und Regressionsverfahren, die mit großen Datenmengen umgehen können, sowie mathematisch-statistische Methoden zur Abschätzung des Verhaltens dieser Verfahren bei immer größeren Datenmengen. Dieses Gebiet der so genannten „Big Data Analytics“ ist aus der aktuellen Wissenschaft nicht mehr wegzudenken.