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Prof. Dr. Joachim Hartung (1948 - 2014)

Nachruf

Die Technische Universität Dortmund und die Fakultät Statistik trauern um

Universitätsprofessor em. Dr. Joachim Hartung

* 13. Februar 1948 † 28. Februar 2014

Prof. Joachim Hartung kam 1979 an die Universität Dortmund und gehörte zur ersten Generation der Professoren der damaligen Abteilung Statistik.

34 Jahre lang war er Inhaber des Lehrstuhls Statistik mit Anwendungen im Bereich der Ingenieurwissenschaften. Er engagierte sich als Dekan und in der akademischen Selbstverwaltung.

Prof. Hartung zählte zu den herausragenden Vertretern seines Fachs in Deutschland. Seine fundamentalen wissenschaftlichen Arbeiten, Schriften und Lehrbücher verschafften ihm eine hohe nationale wie internationale Reputation.

Die TU Dortmund und die Fakultät Statistik werden Prof. Hartung als sehr kreativen und engagierten Kollegen in Erinnerung behalten. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Technische Universität Dortmund

Die Rektorin
Universitätsprofessorin Dr. Ursula Gather

Die Dekanin der Fakultät Statistik
Universitätsprofessorin Dr. Katja Ickstadt

 

Lebenslauf

Joachim Hartung wurde am 13. Februar 1948 in Güntersleben (Landkreis Gotha) geboren. Er studierte von 1966 bis 1971 Mathematik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn und promovierte dort auch 1972. Von 1971 bis 1975 war Joachim Hartung als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wahrscheinlichkeitstheorie und Mathematische Statistik der Universität zu Bonn beschäftigt.

Früh entwickelte Joachim Hartung ein Interesse an angewandten Problemen der Statistik und von 1975 bis 1979 war er Professor für Angewandte Statistik an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität zu Bonn. Im Sommersemester 1979 war er als Professor für Mathematische Statistik an der Westfälischen-Wilhelms Universität Münster tätig und wechselte schon zum Wintersemester 1979 an die Universität Dortmund. Dort gehörte er zur ersten Generation der Professoren der damaligen Abteilung Statistik. Der Dortmunder Universität blieb Joachim Hartung bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst im August 2013 treu. Rufe an die Technische Universität Wien und die Bundeswehrhochschule in Hamburg lehnte er ab.

Joachim Hartung war DER HARTUNG. Sein 1982 erschienenes Buch Statistik - Lehr- und Handbuch der angewandten Statistik (mit Bärbel Elpelt und Karl-Heinz Klösener) ist ein Standardwerk der Statistiker im deutschsprachigen Raum. Das Buch wurde zur 4. Auflage 1984 überarbeitet und zusammen mit seiner Frau Bärbel Elpelt-Hartung zur 15. Auflage im Jahre 2009 noch erweitert. Zudem war Joachim Hartung Mitautor weiterer Lehrbücher der angewandten Statistik.

Joachim Hartung war von 1993 bis 2002 Sprecher des Graduiertenkollegs Angewandte Statistik, dem ersten Graduiertenkolleg am Fachbereich Statistik der Universität Dortmund, sowie von 2002 bis 2006 Sprecher des nachfolgenden Graduiertenkollegs Statistische Modellbildung.

Einen neuen Forschungsschub für Joachim Hartung ergab das Mitwirken im Sonderforschungsbereich 475 „Komplexitätsreduktion in multivariaten Datenstrukturen“. Von 1997 bis 2003 war er dort Leiter des Projekts „Meta-Analyse in Biometrie und Epidemiologie“. Zahlreiche Publikationen zur Meta-Analyse entstanden; eine Arbeit wurde dabei 2006 mit dem Thomas L. Saaty Preis ausgezeichnet. Im Jahre 2008 erschien das Buch „Statistical Meta-Analysis with Applications“, deren Mitautor er war.

Seit Mitte der 1980er Jahre war Joachim Hartung immer wieder in die Planung und Auswertung klinischer Studien involviert. Sein letztes Forschungsgebiet kam auch aus dem Gebiet der klinischen Studien. Zu adaptiv-gruppensequentiellen klinischen Studien leistete er seine letzten wissenschaftlichen Beiträge.